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"for Cathy Berberian"
Stimmperformance um 1960


Besprechung des Konzert-Symposiums von Caroline Lüderssen

SWR Kultur regional am 3.7.2015 von Ursula Böhmer


Konzert-Symposium des Instituts für Musikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Samstag, den 04.07. im Haus am Dom

Die Sängerin und Stimmperformerin Cathy Berberian (04.07.1925-06.03.1983) hat einen wichtigen Beitrag zur Revolutionierung der Stimme in der Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart geleistet. Berberian zeichnet sich – wie kaum eine andere Interpretin ihrer Zeit – durch eine rückhaltlose Bereitschaft zu stimmexperimentellen Erkundungen aus. Damit wurde sie zahlreichen Komponistinnen und Komponisten eine Inspirationsquelle für eine grundlegend neue, unkonventionelle Behandlung der Stimme, die auch neue Konzepte der Stimmperformance nach sich zog. Auch nachfolgende Komponistengenerationen konnten auf den neu erschlossenen klanglichen Möglichkeiten aufbauen und Werke für Stimme schaffen und weiterentwickeln, die nicht mehr ausschließlich in der Tradition des Belcanto stehen, sondern alle Facetten der Stimme zeigen – ohne Rücksicht auf überkommene ästhetische Imperative.

Das Konzert-Symposium bildet eine Synthese aus theoretischen Vorträgen und musikalischer Darbietung rund um das Schaffen von Cathy Berberian und verbindet so den wissenschaftlichen Diskurs mit dem Konzert. An die Veranstaltung ist ein Seminar des Instituts für Musikwissenschaft angebunden. Zugleich soll ein breiteres Frankfurter Publikum angesprochen werden.

Als Kooperationspartner konnte das Haus am Dom gewonnen werden, das mit seiner zentralen Lage einen idealen Ort für das geplante Veranstaltungsformat bietet. Zudem ist das IEMA-Ensemble der Internationalen Ensemble Modern Akademie als ein weiterer Kooperationspartner des Projekts ein in Frankfurt ansässiger Klangkörper, der über die Grenzen der Stadt hinaus ein großes Renommé besitzt.

Die Konzertprogramme umfassen Kompositionen, die in den Anfangszeiten des experimentellen Umgangs mit der Stimme entstanden sind und eigens für Cathy Berberian geschrieben wurden. Diesen treten Stücke zur Seite, die in jüngerer Zeit der Sopranistin Carola Schlüter gewidmet wurden. Die Vorträge setzen sich mit der Künstlerpersönlichkeit Cathy Berberian auseinander, u.a. unter den Aspekten, neue Gesangstechniken, Performanceaspekte, leichte Muse, die mediale Stimme und die Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten. In einer weiter gefassten Reflexion soll der Bedeutung der Stimme im 20. Jahrhundert überhaupt nachgegangen werden.


Samstag, 04.07.2015

Haus am Dom, Frankfurt am Main

Musik 1
13.00 Uhr Luciano Berio (1925-2003)
Sequenza III* (1965) für Stimme Solo

Begrüßung

Vorträge 1
13.15 Uhr Christa Brüstle (Graz) Performance-Aspekte bei Cathy Berberian

14.00 Uhr Sarah Mauksch (Frankfurt) Cathy Berberian und Luciano Berio

Musik 2
14.45 Uhr Henri Pousseur (1929 – 2009)
Phonème pour Cathy* (1967)

José Luis Torá (*1966)
des Lallens)
que plor e vau cantan
(die Blüte** (2011-2012)
for soprano and contrabass flute

15.15 Uhr Pause

Vorträge 2
15.45 Uhr René Michaelsen (Frankfurt), Cathy Berberian und die leichte Muse

16.30Uhr Marion Saxer (Frankfurt), Cathy Berberian und die neue Vokalpraxis 1960-2015

Musik 3
17.15 Uhr John Cage (1912 – 1992)
Song books* (1970)

17.45 Uhr Pause

Vorträge 3
18.45 Uhr Johanna Dombois (Köln), Cathy Berberian – Stimme in den Medien

19.30 Uhr Doris Kolesch (Berlin), Die Bedeutung der Stimme im 20. Jahrhundert

20.15 Uhr Pause

Musik 4 Abendkonzert
20.30 Uhr Sylvano Bussotti (*1931)
Il Nudo*
quattro frammenti da Torso (lettura di Brabanti)
per soprano, pianoforte e quartetto d’archi (1963)

Luciano Berio (1925 – 2003)
Naturale (su melodie siciliane)
per viola, percussion + recorded voice (1985)

Andreas Sorg (*1959)
Ichkristallwald** (2015) Uraufführung
für Sopran, Klarinette, Klavier, Violine und Violoncello

Tona Scherchen (*1938)
Wai* (1968)
für Mezzosopran und Streichquartett

*=komponiert für Cathy Berberian
**=komponiert für Carola Schlüter

Carola Schlüter – Sopran
Maren Schwier – Sopran (Bussotti)
Betty Nieswandt – Kontrabassflöte
Ensemble der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA)
Nikolai Bernstein - Dirigent



lied-projekte (auswahl)


Höldderlin Vertonungen

Benjamin Britten (1913 - 1976)
Sechs Hölderlin-Fragmente (1958)
Menschenbeifall
Die Heimat
Sokrates und Alcibiades
Die Jugend
Hölfte des Lebens
Die Linien des Lebens

Victor Ullman (1898 - 1944)
Drei Hölderlin-Lieder (1943)
Sonnenuntergang
Der Frühling
Abendphantasie

Geoffrey Álvarez (*1961)
aus: Hölderlinfenster, song cycle for hogh voice and piano (2013)
(Carola Schlüter gewidmet)
Vorspiel. Friedrich Hölderlin an Casimir Ulrich von Böhlendorf
Lebenslauf
An die Parzen
Vom Delphin

Hanns Eisler (1898 - 1962)
aus: Hollywooder Liederbuch (1935 - 42)
Sechs Hölderlin-Fragmente
An die Hoffnung
Andenken
Elegie
Die Heimat
An eine Stadt
Erinnerung



Tönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn

ein Trakl – Liederabend der Moderne

Im Jahr 2014 jährte sich der Tod Georg Trakl zum hundertsten Mal. Nur siebenundzwanzigjährig hatte er nach traumatischen Erlebnissen des 1. Weltkrieges und einem Leben, das er selbst als eine „Kette von Krankheit und Verzweiflung“ bezeichnete, diesem durch eine Überdosis Kokain ein Ende gesetzt.
Das Werk Trakls ist durch seine musikalische Ausprägung, seine rhythmische und vor allem klangliche Gewichtung prädestiniert für eine Verbindung mit der Musik. Neben dem Wortsinn ist in den Gedichten immer auch der Wortklang von Bedeutung. Interessante Komponisten wie Hanns Eisler, Wolfgang Rihm, Heinz Holliger, Theodor W. Adorno und Martin Schmalz haben sich durch das lyrische Werk Trakls zu Vertonungen anregen lassen, die zu einem Liederabend zusammengefasst wurden.

Carola Schlüter – Sopran
Karola Theill – Klavier

Manfred Trojahn
Trakl-Fragmente (1983)
Kindheit
Ein Kreuz ragt
Geburt
Im Frühling
Nachtwandlung, Tod und Seele
Da der Tag dahinsank
Es kehret der Heimatlose zurück
Münch...'
Im Frühling
nächtliche Buchen
Schneeige Nacht

Theodor W Adorno (1903 – 1969)
Klage
6 Gedichte von Georg. Trakl. Op. 5 (1938-1941)
Im Park
Nachts
Im Frühling
Entlang
Sommer
Klage

Wolfgang Rihm (*1952)
Untergang, op. 1 (1969)
Geistliche Dämmerung", op. 1 (1969)

Heinz Holliger (*1939)
Elis. Drei Nachtstücke für Klavier (1961)

Martin Schmalz (*1975)
5 Lieder auf Gedichte von Georg Trakl (2007 – 2011)
Die Ratten
Melancholie
Zeitalter
Wunderlicher Frühling
Im Mondschein



DIES IST EIN LIED FÜR DICH ALLEIN
GEORGE – VERTONUNGEN

Carola Schlüter, Sopran
Olaf Joksch, Klavier

Egon Wellesz (1885 – 1974)
Lieder
Nach Gedichten von Stefan George op. 22 (1917)
dies ist ein lied
im windesweben
im morgentaun
kahl reckt der baum
kreuz der straße
fenster wo ich einst mit dir

Hans Erich Apostel (1901 – 1972)
Drei Gesänge op. 15
aus „die lieder von traum und tod“ (1948) von Stefan George
nachtgesang I
nachtgesang II
nachtgesang III

Theodor W. Adorno (1903 – 1969)
Vier Lieder nach Gedichten von Stefan George op. 7 (1944)
aus dem siebenten ring: wenn ich auf deiner brücke steh
aus dem jahr der seele: mit frohem grauen haben wir
aus dem siebenten ring: fenster wo ich einst mit dir
aus dem siebenten ring: kreuz der strasse .. wir sind am end

Arnold Schönberg (1874 – 1951)
6 kleine Klavierstücke op. 19 (1911)

Anton Webern (1983 – 1945)
Fünf Lieder op. 3
aus „der siebente ring“ von Stefan George (1908)
dies ist ein lied für dich allein
im windesweben
an bachesranft
im morgentaun
kahl reckt der baum

Alban Berg (1885 – 1935)
Der Wein (1929)
(nach Charles Baudelaire, Übersetzung von Stefan George)
Die seele des weines - Der wein der liebenden - Der wein des einsamen



VIEWS ON/OF SHAKESPEARE

Erich Wolfgang Korngold (1897 - 1957)
Songs of the clown op. 29 (1941)

Sidney Corbett (*1960)
Love, and be silent (1997)
Cordelia Fragments

Richard Strauss (1864 - 1949)
Drei Lieder der Ophelia op. 67, 1 - 3 (1918)

Andreas Sorg (*1959)
Nacht Wörter (1997)
für Sopran mit Sprecher

Annette Schlünz (*1964)
Man könnte bleiben (1997)
für Sopran, Klavier und Sprecher

Arthur Honegger (1892 - 1955)
Deux chants d´Ariel (1923)

Michael Tippett (1905 - 1998)
Songs for Ariel (1962)

Mario Castelnuovo-Tedesco (1895 - 1968)
4 Songs (1921 - 24)

Klavier: Andreas Sorg
Sprecher: Reinhard Weihmann

CD - Einspielung


die nacht schwingt ihre fahn


Claudio Monteverdi
Lamento D'Arianna

Mario Castelnuovo-Tedesco (1895 - 1968)
The Divan of Moses-Ibn-Ezra (1966)

Bruno Bettinelli 1913 – 2004
Due Liriche (1977)

Christopher Brandt (*1969)
757/89 (Sonett) (2008)

Cosimo Bottegari (1554 - 1620)
4 Cancones

Das Programm der Sopranistin Carola Schlüter und des Gitarrist Helmut Oesterreich, beide Mitglieder des ensemble phorminx, spielt mit der Konfrontation alter und neuer Musik, die sich zwischen den Polen der ergreifende Klage der Arianna Monteverdis und Christopher Brandts Synthese aus Versen Emily Dickinsons und Andreas Gryphius, Gesang und Sprache und Gitarre und Toy-Piano bewegt.


Meine Ruh ist hin
GOETHE- LIEDERABEND

Johannes Brahms (1833 - 1897)
3 Lieder aus op. 59, 70, 47

Richard Wagner (1813 - 1883)
Gretchen am Spinnrade

Richard Strauss (1864 - 1949)
Drei Lieder aus den Büchern des Unmuts
des Rendsch Nameh op. 67, 4-6

Franz Schubert (1797 - 1828)
Gretchen am Spinnrade

Hugo Wolf (1860 - 1903)
5 Lieder aus dem "Buch Suleika"
des Westötlichen Divabs

Robert Schumann (1810 - 1856)
aus: Intermezzi op. 4
"Meine Ruh ist hin" für Klavier solo

3 Lieder der Mignon aus op. 98a
aus "Wilhelm Meister"

Guiseppe Verdi (1813 - 1901)
Perduta ho la pace
(Gretchen, Faust I)

Ottmar Schoeck (1886 - 1957)
3 Lieder aus op. 19

Klavier: Andreas Sorg



MYSTISCHE VISIONEN

Benjamin Britten (1913 - 1976)
The holy sonnets of John Donne (1946)

Johannes Brahms (1833 - 1897)
Vier ernste Gesänge

John Cage (1912 - 1992)
Ryoanji (1985)
für Stimme, Tonband und Percussion

Olivier Messiaen (1908 - 1992)
Chants de terre et de ciel (!939)

Klavier - Olaf Joksch


KAFKA - FRAGMENTE

Ernst Krenek (1900-1959)
Fünf Lieder
nach Worten von Franz Kafka op. 82 (1937/38)
für Singstimme und KlavierGyörgy Kurtag (*1926)
Kafka Fragmente op. 24 (1985)
für Sopran und ViolineHerrmann Heiß (1897-1966)
Expression K (1953)
aus: Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande
Andreas Sorg (1959)
whide out (2002)
für Sopran, Viola und KlavierVioline: Yumiko Noda
Klavier: Olaf Joksch



SCHILLER GESTERN UND HEUTE - LIEDERABEND
Balladen von Schubert und neue Vertonungen junger Komponisten
Anlässlich des 200. Todestages Friedrich Schillers erarbeitete das Duo Carola Schlüter -Sopran / John-Noel Attard - Klavier einen außergewöhnlichen Schiller-Liederabend, der Schiller-Lieder von Schubert - den Balladen „Der Taucher“ und „Die Bürgschaft“ - neuen Kompositionen junger Komponisten gegenüberstellt. Die Komponisten - fortgeschrittene Studentinnen und Studenten der Frankfurter Musikhochschule - legten den Werken frei gewählte Schiller-Texte zugrunde. So entstand eine spannungsreiche Konfrontation zwischen aktueller kompositorischer Schiller - Interpretation und romantischer Schiller-Vertonung.
Die Kompositionen für Sopran und Klavier wurden vom Institut für Zeitgenössische Musik der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt in Auftrag gegeben.

Magdalena Buchwald (*1972)
Die Lebenskunst (2005)

Franz Schubert (1797 - 1828)
Der Taucher D 77 (1814)

Erik Janson (*1967)
Fragmente nach Schiller (2005)

Franz Schubert (1797 - 1828)
Die Bürgschaft D 246 (1815)

Elvira Garifzyanova (*1976)
Hört Ihr mich, ich bin Johanna (2005)
Fünf Episoden aus Johannas Leben
Nach der romantischen Tragödie “Die Jungfrau von Orléans“

John-Noel Attard - Klavier



ITALIENISCHE PERSPEKTIVEN

Gioacchino Rossini (1792 - 1868)
aus den Serate Musicali (1830 - 35)

Luigi Dallapiccola (1904 - 1995)
Quattro Liriche (1948)
di Antonio Machado

Luciano Berio (*1925)
Sequenza III (1965)
per voce femminile

Hugo Wolf (1860 - 1903)
Aus dem Italienischen Liederbuch (1895 - 97)

Ferruccio Busoni (1866 - 1924)
Sonata Seconda (1910)
für Klavier

Andreas Sorg (*1959)
Paesaggi della Morte (1994)

Ottorino Resphighi (1879 - 1936)
Cinque Lirique (1917)

Klavier: Andreas Sorg



KEINE KINDERLIEDER

Sergej Prokofjev (1891 - 1953)
Das hässliche Entlein
nach dem Märchen von Anderssen

Gerhard Rühm (*1930)
Kinderlieder heute (1989)
nach Texten von Kindern

Modest Mussorgskij (1839 - 1881)
Kinderstube (1868 - 72)

Aribert Reimann (*1936)
Kinderlieder (1961)
nach Gedichten von Werner Reinert

Gustav Mahler (1860 - 1911)
Kindertotenlieder (1901 - 04)
nach Friedrich Rückert

Klavier: Olaf Joksch



EXPRESSIONISMUS UND WAHNSINN

Alban Berg
Drei Lieder aus Sieben frühe Lieder (1907)

Theodor W. Adorno
Klage. Gedichte von Georg Trakl op. 5 (1938-41)

Richard Strauss
Drei Lieder der Ophelia op. 67 (1918)

Arnold Schönberg
Erwartung op. 17 (1909)
Monodram. Dichtung von Marie Pappenheim

Sopran Carola Schlüter
Klavier Olaf Joksch



ICH ERWACHE LEICHT GEBLENDET“ – MUSIK UM 1945

Liederabend zur Fotoausstellung des Museums Münster „1945“ mit der Sopranistin Carola Schlüter und dem Pianisten John-Noel Attard
Das Programm des Liederabends bezieht sich auf die Fotoausstellung zum 60.Jahrestag des Kriegsendes und präsentiert verschiedene kompositorische Reaktionen auf die dramatische Zeit der 40er Jahre in Deutschland:
Viktor Ullmann komponierte 1944 sein letztes Werk, das Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke nach der Prosadichtung von Rainer Maria Rilke, im Konzentrationslager Theresienstadt, wo es mehrmals aufgeführt wurde.
Paul Hindemith und Theodor W. Adorno und Hanns Eisler waren gezwungen, einige Jahre im amerikanischen Exil zu verbringen. Dort entstanden die auf die Situation im Heimatland reagierenden Kompositionen "Ball der Gehenkten" nach Rimbaud (Hindemith, 1944) und "Vier Lieder nach Gedichten von Stefan George" (Adorno, 1944)
Die Momentaufnahmen der "Zeitungsausschnitte" von Hanns Eisler; bereits 1927 komponiert, bilden eine Parallele zu den fotographischen Blitzlichtern der Ausstellung. Das Lied "Meine Mutter wird Soldat" nimmt bereits die spätere Kriegssituation satirisch ins Visier. In der Komposition "Impression IV" nach e.e.cummings von Aribert Reimann (1961) wird die deprimierende Perspektive thematisiert, die sich auch zwei Jahrzehnte danach auftut: "the world goes forth to murder dreams..."

John Noel Attard, Klavier



Liederabend mit Musik Ungarischer Komponisten

Zoltán Gárdonyi (1906-1986)
aus: 5 Lieder
nach Gedichten von Rainer Maria Rilke (1940-41)

György Ligeti (*1923)
aus: Musica ricercata (1951-1953)
für Klavier

György Kurtág (*1926)
Einige Sätze aus den Sudelbüchern
Georg Christoph Lichtenbergs op. 37
für Sopran Solo (1996)

Béla Bartók (1881-1945)
aus: Dorfszenen (1924)

Miklós Kocsar (*1933)
Lamenti (1968)
nach Gedichten von F. Garcia Lorca

Zoltán Kodály (1882-1967)
aus: 7 Gesänge op. 6 (1913-15)

Klavier: John-Noel Attard



HANNS EISLER IN WIEN

Gustav Mahler (1860 - 1911)
aus: Lieder nach Texten von Friedrich Rückert (1901)

Hanns Eisler (1898 - 1962)
Frühe Lieder

Anton Webern (1883 - 1945)
Vier Lieder op. 12 (1915-17)

Hanns Eisler
Sonate Nr. 1, op. 1 (1923)

Hanns Eisler
Sechs Lieder für Gesang und Klavier op. 2 (1922/23)
(Anton Webern gewidmet)

Arnold Schönberg ( 1874 - 1951)
aus: Acht Lieder op. 6 (1903-05)

Klavier: Christoph Keller (Schweiz)



VOM FIN DE SIECLE ZUR JAHRTAUSENDWENDE

John Cage (1912 - 1992)
The wonderful Widow of eighteen springs (1942)

A flower (1950)
für Stimme und geschlossenen Flügel

Friedhelm Döhl (*1936)
Sieben Haiku (1963/79)

Wolfgang Rihm (*1952)
Gesänge aus op. 1 (1968/70)
nach Gedichten von August Stramm

Younghi Pagh-Paan (*1945)
Flammenzeichen (1983/93). In Erinnerung an den 22. 2. 1943, den
Hinrichtungstag der "Weißen Rose"
für Frauenstimme mit Schlaginstrumenten

Hans Werner Henze (*1926)
Three Auden Songs (1983)

Arnold Schönberg (1874 - 1951)
Acht Lieder op. 6 (1903 - 05)

Aribert Reimann (*1936)
Impression IV (1961)

Klavier: John-Noel Attard



DER LIEDKOMPONIST THEODOR W. ADORNO

VIER GEDICHTE VON STEFAN GEORGE op. 1 (1925 - 1928)
SEPT CHANSONS POPULAIRES FRANCAISES ARRANGEES
POUR UNE VOIX ET PIANO (1925-39)
KLAGE. SECHS GEDICHTE
VON GEORG TRAKL op. 5 (1938 - 1941)
ZWEI PROPAGANDAGEDICHTE VON BRECHT (1943)
SECHS BAGATELLEN op. 6 (1923 - 1942)
VIER LIEDER NACH GEDICHTEN
VON STEFAN GEORGE op. 7 (1944)

Klavier: John Noel Attard



ADORNO UND SEINE VORBILDER

THEODOR W. ADORNO (1903 - 1969)
SECHS BAGATELLEN op. 6 (1923 - 1942)
nach Gedichten von Else Lasker-Schüler, aus dem Krieg 1914 -18,
Kinderreim, Oskar Kokoschka, Franz Kafka, Friedrich Hölderlin

ANTON WEBERN (1883-1945)
VIER LIEDER op. 12 (1915-17)

THEODOR W. ADORNO
VIER LIEDER NACH GESÄNGEN VON STEPHAN GEORGE op. 7

THEODOR W. ADORNO
ZWEI PROPAGANDAGEDICHTE VON BRECHT op. 1

HANNS EISLER (1898 - 1962)
ZEITUNGSAUSSCHNITTE

THEODOR W. ADORNO
KLAGE. SECHS GESÄNGE VON GEORG TRAKL op. 5 (1938 - 1941)

ALBAN BERG (1885-1935)
SIEBEN FRÜHE LIEDER (1907)

Klavier: John Noel Attard



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ensemble-projekte

Neue Musik zu Max Beckmanns Apokalypse

Im Kriegsjahr 1941 realisierte der Maler Max Beckmann einen graphischen Zyklus zum Thema der Johannesapokalypse. Beckmann, der von den nationalsozialistischen Machthabern als entartet eingestuft und mit Berufsverbot belegt war, lebte zu diesem Zeitpunkt in dem von deutschen Truppen besetzten Amsterdam. Die Anreger und Auftraggeber der Folge von graphischen Blättern - man dachte an kolorierte Lithographien - waren Mitglieder des liberalen Frankfurter Bürgertums. Mutig und unerschrocken missachteten sie die staatlich verordnete Kunstpolitik, traten an Beckmann heran und konnten den Maler für das unter den gegebenen Bedingungen riskante Projekt gewinnen. Beckmann lieferte zunächst die zeichnerischen Entwürfe - eine Reihe von 27 Einzelblättern zu verschiedenen Szenen des biblischen Textes -, die im Verborgenen nach Frankfurt transportiert und dort lithographisch reproduziert wurden. Ein Satz der gedruckten Illustrationen wurde von Beckmann, wiederum an seinem Amsterdamer Aufenthaltsort, mit Hilfe von Aquarellfarbe koloriert. Dieser eine vom Künstler selbst überarbeitete Satz, der bis vor kurzem als verschollen galt, diente der Werkstatt in Frankfurt als Prototyp und Vorlage für die von verschiedenen beauftragten Zeichnern ausgeführte farbliche Fassung der weiteren Lithographien. Hergestellt wurden offiziell 24 Mappen, die die Illustrationen mit dem Text der Johannesapokalypse vereinen. Am Ende der Mappe findet sich die folgende Bemerkung: „im vierten jahre des zweiten weltkrieges, als gesichte des apokalyptischen sehers grau-envolle wirklichkeit wurden, ist dieser druck entstanden.
Beckmann antwortet hier mit künstlerischen Mitteln auf eine historische Katastrophe, die ihn selbst zu verschlingen droht. Ebenso wie seine Auftraggeber demonstriert er eine Form von Mut und Selbstentschlossenheit, die in dieser Zeit bei nur wenigen zu finden war. Die destruktiven Folgen der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft, das der biblischen Überlieferung entlehnte Thema des Weltgerichts und der existentielle Einsatz der Protagonisten durchdringen sich hier in einer denkwürdigen Form.

Der Stoff der Apokalypse ist von übergreifender kulturhistorischer Bedeutung. Anlässlich der düsteren Bilder vom 11. September 2001 trat der biblisch-religiöse Mythos einer das Leben auslöschenden Endzeit wieder verstärkt ins historische Bewusstsein. Die überlieferten Visionen des Johannes stellen eine anhaltende Herausforderung für das künstlerische Denken dar. Anlässlich der Wiederauffindung der Beckmannschen Illustrationen entstand die Idee, mit den Mitteln der zeitgenössischen Musik auf dieses Werk und seine spezifische Thematik zu antworten. So wurden 5 Kompositionen zur Beckmannschen Apokalypse bei namhaften Gegenwartskomponistinnen und -komponisten in Auftrag gegeben, die im Rahmen von Ausstellungen des graphischen Zyklus zur Aufführung gebracht werden. Gedacht ist an einen intermedialen Dialog zwischen den Bildern, dem biblischen Text und den neuen Kompositionen.

Die Kompositionsaufträge wurden ermöglicht durch die Fondation „M. v. Cronenbold - Dr. Martin und Frau Margarethe Murtfeld“ sowie einen weiteren Kreis von Förderern.

Adriana Hölszky *1953
Lemuren und Gespenster (2004)
für Sopran, Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier
Jan Kopp *1971
Enden (2004)
für Sopran, Viola, Flöte und Klarinette
Volker Blumenthaler *1951
hoti chronos (2004)
für Sopran, Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier
Benjamin Schweitzer * 1973
Drohungen (2004)
für Klarinette, Violine, und Violoncello
Nicolaus A. Huber *1939
Die Leber des Prometheus (2004)
für Sopran, Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier

ensemble phorminx
Carola Schlüter Sopran
Angelika Bender Flöten
Thomas Löffler Klarinetten
Andreas Sommer Klavier
Mariette Leners Violine / Viola
Wolfgang Lessing Violoncello


Buch und CD


Unter dem Motto das Eigene und das Fremde / east meets west präsentierte das ensemble phorminx im Herbst 2005 im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt, in Darmstadt und in Tübingen aus Anlass der Frankfurter Buchmesse Neue Musik aus Korea. Im Zentrum steht die aus Korea stammende und in Bremen lehrende Komponistin Younghi Pagh-Paan, die in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feierte. Drei Uraufführungen (Kompositionsaufträge des Tonyeong International Music Festival) zeigen weitere Positionen aktuellen koreanischen Komponierens. Das Programm stellt künstlerische Möglichkeiten im Spannungsfeld östlicher und westlicher Kulturen bzw. “des Eigenen und des Fremden“ dar. Interessant wird dieser Fokus insbesondere durch die unterschiedlichen Positionierungen der KomponistInnen: Younghi Pagh-Paan lehrt und lebt seit vielen Jahren in Deutschland und bezieht sich in ihren Kompositionen dezidiert auf koreanische Traditionen. Ihre Schülerin Jin-Ah-Ahn lebt seit ihrem Studium ebenfalls in Deutschland. Auch in ihrer Musik sind traditionelle Anklänge wahrnehmbar. Sue-Youn Hong lehrt in Seoul, Dong-Jin Bae hiet sich zum Zeitpunkt seiner Arbeit an dem neuen Werk erst seit wenigen Monaten in Deutschland auf. Gerade in diese Zeit der neuen Konfrontation mit der deutschen Kultur fällt seine Arbeit an dem neuen Werk. Wie es für die jüngere koreanische Generation typisch ist, finden sich bei ihm deutliche Distanzierungen von der eigenen Tradition.
ensemble phorminx

Blasphemie - Neue Musik zu Gedichten von Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts
Gemeinsam mit der Hannoverschen Gesellschaft für Neue Musik konnte das Ensemble Phorminx fünf Kompositionsaufträge vergeben (Keiko Harada, Achim Bornhöft, Volker Blumenthaler, Steffen Schleiermacher, Andreas Sorg). Alle Werke beziehen sich auf Gedichte und Texte von Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie nehmen in unterschiedlicher Weise Bezug auf das Thema Blasphemie. Vertont wurden Gedichte und Texte von Ingeborg Bachmann, Renate Rasp, Nelly Sachs, Simone Weil, Leonore Kandel, Marina Zwetajewa und Christine Lavant..
ensemble phorminx


Neue Musik zu Goethes Sicht der Natur
Im Jahre 1999 vergab das Siemens Kultur Programm für das ensemble phorminx sechs Kompositionsaufträge für neue Goethe-Vertonungen. Die Werke von Olga Neuwirth, Younghi Pagh-Paan, Nicolaus A. Huber, Andreas Sorg, Annette Schlünz und Jörg Widmann wurden in Frankfurt, Erfurt, Berlin, Bonn, Tübingen, Darmstadt, Erlangen, Plön und Rendsburg (Schleswig Holstein-Festival) und Düsseldorf (Altstadtherbst) aufgeführt. Die gleichnamige CD wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
ensemble phorminx


konzertreihe neue musik im museum für angewandte kunst frankfurt am main – deuerling reihe

Von 2002 bis 2010 veranstaltete das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt gemeinsam mit dem ensemble phorminx eine Konzertreihe von jährlich 3 – 4 Konzerten mit Neuer Musik. Die kammermusikalischen Programme (in unterschiedlicher Besetzung von 4 – 6 Musikerinnen und Musikern und einer Sängerin) griffen vornehmlich Sonderausstellungen des Museums auf und präsentierten aktuelle zeitgenössische Musik.

Neben Werken bekannter KomponistInnen wie Helmut Lachenmann oder Younghi Pagh-Paan kamen bevorzugt auch Kompositionen von noch nicht etablierten Komponisten zur Aufführung. Besondere Aktualität erhielt die Reihe durch regelmäßige Uraufführungen neuer Werke.

Durch die intendierte Bezugnahme auf Themen der Ausstellungen entstand in der Gegenüberstellung beider Künste eine Offenheit, die Kunstobjekte und Musik in einem neuen Licht erscheinen ließ.                        Broschüre: Eva Linhard

Ermöglicht wurde die Konzertreihe durch das Internationale Umzugs- und Logistikunternehmen Deuerling.



arnold schönbberg, pierrot lunaire
Dreimal sieben Gedichte aus ALBERT GIRAUDs Pierrot
lunaire op. 21
Deutsch von Otto Erich Hartleben
Für eine Sprechstimme, Klavier, Flöte (auch Piccolo),
Klarinette (auch Bassklarinette), Geige (auch Bratsche)
und Violoncello.
Version mit japanischem Puppenspiel
Pierrot lunaire/bunraku